Diagnostik - Ambulanz für Schlafstörungen

Die schlafmedizinische Ambulanz stellt das Bindeglied zwischen externen niedergelassenen Kollegen und dem eigentlichen stationären Schlaflabor dar. Sie wurde 1991 gegründet, zunächst als Ambulanz für Patienten mit Schlafbezogenen Atmungsstörungen, ist jetzt aber eine Anlaufstelle für erwachsene und kleine Patienten mit jeglichen Formen von Schlaf-Wach-Störungen. Pro Jahr werden ca. 5000 Patienten betreut.

Ärztliche Kollegen können Patienten zur Abklärung von Schlafstörungen oder unklarer Schläfrigkeit nach telefonischer Terminvereinbarung überweisen (mit Überweisungsschein). Patienten können aber auch direkt einen Termin vereinbaren. Hier geht es zu unseren Sprechstunden.

Was passiert bei dem ersten Vorstellungstermin in der Ambulanz?

Wenn Sie das erste Mal in unserer schlafmedizinischen Ambulanz vorsprechen, erfolgt ein Gespräch mit dem Arzt bezüglich Ihrer Beschwerden zum Schlaf-Wach-Verhalten. Bei Notwendigkeit werden weitere Untersuchungen wie ein Lungenfunktionstest, ein EKG, eine Blutentnahme oder eine Röntgenaufnahme der Lunge vorgenommen. Im Regelfall wird Ihnen für die Nacht ein kleines Gerät mitgegeben, welches wichtige Körperfunktionen während des Schlafes wie Herzschlag, Atmung, Sauerstoffgehalt im Blut und Aktimetrie aufzeichnen kann. Dieses Messgerät wird Ihnen von unseren Schwestern erklärt (zum Selbstanlegen am Abend) oder bei Bedarf auch direkt angelegt. Danach können Sie nach Hause gehen und Ihren gewöhnlichen Tagesablauf beibehalten. Das Messgerät wirkt sich nicht störend aus wenn es bereits angelegt ist. Am nächsten Morgen geben Sie das Messgerät wieder in der Ambulanz ab, und nach einer kurzen Auswertezeit wird der Arzt mit Ihnen das Ergebnis besprechen. Für diese 2 Tage können Sie bei Notwendigkeit krankgeschrieben werden.
Schlaftagebuch und Aktimetrie sind weiterführende ambulante Untersuchungsmethoden bei bestimmten Formen von Schlafstörungen.

Was muss ich zur ambulanten Sprechstunde mitbringen?

Sie benötigen einen Überweisungsschein für die Schlafambulanz der Charité von einem niedergelassenen Arzt, z.B. Ihrem Hausarzt oder Facharzt. Zusätzlich brauchen Sie Ihre Versichertenkarte. Privatpatienten benötigen nur einen Versicherungsnachweis.

Mit Entrichtung der Praxisgebühr von 10€ können Sie nach telefonischer Absprache auch ohne Überweisungsschein vorstellig werden.

Das Stationäre Schlaflabor

Als weiterer Schritt nach der Vorstellung in der Ambulanz erfolgt bei gegebener Indikation die stationäre Aufnahme ins Schlaflabor, wo weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden. Die stationäre Abteilung hat 10 Betten zur Verfügung, in denen Patienten mittels überwachter kardiorespiratorischer Polysomnographie (PSG) während der Nacht untersucht werden können. Diese Untersuchung stellt den so genannten Standard der Diagnostik von Schlafstörungen dar. Im Bedarfsfall werden zusätzliche Untersuchungen während der Nacht (z.B. Blutdruckmessung, Langzeit-EKG, 10-20 EEG, CO2-Messung) oder am Tage (z.B. objektive Messung der Tagesmüdigkeit mit dem MWT oder MSLT) oder kognitive Leistungstest (Reaktionszeittest, Fahrsimulator, Quatember-Mali-Test u.a.) durchgeführt. Die Ergebnisse werden direkt im Schlaflabor oder anschließend mit dem Patienten in der Ambulanz besprochen und dem überweisenden Arzt mitgeteilt. Die Aufnahme im Schlaflabor erfolgt am frühen Nachmittag, die Vorbereitung auf die Nachtmessung gegen 20 Uhr und die Licht-aus Zeit liegt zwischen 21 und 24 Uhr. Der nächtlichen Polysomnographie folgen bei Notwendigkeit die Tagestests und wenn notwendig eine zweite Diagnostiknacht. Patienten, die auf eine nächtliche Beatmungstherapie oder eine andere Therapie eingestellt werden, verbringen nochmals zwei Nächte im Schlaflabor. Für Ihren Aufenthalt im Schlaflabor benötigen Sie neben den Einweisungsunterlagen nur Ihre Hygiene-Artikel, Nachtzeug und b.B. z.B. Lektüre oder das eigene Kopfkissen. Für die Unterhaltung am Abend oder am Tage können Sie auch den Fernseher in Ihrem Zimmer nutzen.

 

Für den Aufenthalt im Schlaflbor sind geplant:

Für die Diagnostik: 1-3 Nächte
Für die Therapieeinstellung: 1-3 Nächte
Für die Therapiekontrolle/-optimierung: 1-2 Nächte
Für eine 10-20 EEG Ableitung: 3-4 Nächte

Aktuelle Meldungen

  • 05.08.2017 Studenten der Humanmedizin für Nachtdienste gesucht
  • 01.08.2017 Wie schlafen die Berliner? - Ursachen und Therapien bei schlechtem Schlaf
  • 20.06.2017 Buchtipp: "Die übermüdete Gesellschaft - Wie Schlafmangel uns alle kaputt macht" von Ingo Fietze
  • 16.10.2015 ASV-Therapie bei chronischer Herzinsuffizienz - Vorschlag für ein pragmatisches Vorgehen im klinischen Alltag
  • 22.05.2015 Mitteilung an unsere Patienten mit ASV-Therapie
  • 30.03.2015 Buchtipp: "Über guten und schlechten Schlaf" von Ingo Fietze